Bitcoin Wetten Legal Automatisiert — Wett-Bots und Automatisierungstools

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Automatisiertes Wetten klingt nach Science-Fiction oder nach dem Traum jedes Sportwetters: Ein Bot, der rund um die Uhr Quoten analysiert, Value Bets identifiziert und Wetten platziert, während man selbst schläft. Die Realität ist weniger glamourös, aber nicht weniger interessant. Automatisierungstools existieren, sie funktionieren, und sie sind im Krypto-Wettmarkt zugänglicher als bei klassischen Buchmachern. Gleichzeitig bringen sie eigene Risiken und Grenzen mit, die verstanden werden müssen, bevor man Geld einer Maschine anvertraut.

Dieser Artikel erklärt, was automatisiertes Wetten bedeutet, wie Sportwetten-Bots technisch funktionieren und welche Voraussetzungen für den Einsatz bei Krypto-Buchmachern gelten. Er beleuchtet Vorteile und Risiken, ordnet die rechtliche Situation ein und gibt einen praxisnahen Überblick über verfügbare Tools. Am Ende steht ein konkretes Beispiel, wie ein einfacher Wett-Bot eingerichtet werden kann, ohne dafür Informatik studiert haben zu müssen.

Was ist automatisiertes Wetten?

Automatisiertes Wetten bezeichnet den Einsatz von Software, die Wettentscheidungen ganz oder teilweise ohne menschliches Eingreifen trifft und ausführt. Das Spektrum reicht von einfachen Benachrichtigungs-Tools, die bei bestimmten Quotenänderungen alarmieren, bis hin zu vollständig autonomen Bots, die eigenständig analysieren, wetten und das Bankroll-Management steuern.

Die grundlegende Idee hinter der Automatisierung ist die Eliminierung menschlicher Schwächen. Emotionale Entscheidungen, verzögerte Reaktionen, Ermüdung und die Unfähigkeit, dutzende Märkte gleichzeitig zu beobachten, sind Faktoren, die auch erfahrene Wetter regelmässig Geld kosten. Ein Bot hat diese Probleme nicht. Er folgt seinen programmierten Regeln konsequent, reagiert in Millisekunden und arbeitet rund um die Uhr ohne Pause.

In der Praxis lassen sich drei Automatisierungsstufen unterscheiden. Die erste Stufe umfasst Alert-Systeme, die den Nutzer benachrichtigen, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind, etwa wenn eine Quote einen definierten Wert überschreitet. Die Wettentscheidung trifft weiterhin der Mensch. Die zweite Stufe sind semi-automatische Systeme, die Wetten vorschlagen und auf Bestätigung warten. Der Bot analysiert die Märkte und bereitet den Wettschein vor, der Nutzer gibt nur noch die finale Freigabe. Die dritte Stufe ist die vollständige Automatisierung: Der Bot analysiert, entscheidet und platziert Wetten eigenständig, basierend auf vordefinierten Regeln und Parametern.

Jede Stufe hat ihre Berechtigung und ihr Risikoprofil. Alert-Systeme sind nahezu risikofrei und eignen sich hervorragend als Einstieg. Semi-automatische Systeme bieten einen guten Kompromiss zwischen Effizienz und Kontrolle. Vollautomatische Bots sind die leistungsfähigste, aber auch die riskanteste Option, da sie ohne menschliche Aufsicht agieren und Fehler in der Programmierung oder Strategie ohne Korrektur ausführen.

Wie funktionieren Sportwetten-Bots bei Krypto-Buchmachern?

Sportwetten-Bots kommunizieren über Schnittstellen mit der Plattform des Buchmachers. Diese Schnittstellen können entweder offizielle APIs sein, die der Anbieter bereitstellt, oder inoffizielle Methoden wie Web-Scraping, bei dem der Bot die Webseite des Buchmachers automatisiert ausliest. Beide Ansätze haben ihre Eigenheiten.

Der Bot-Workflow folgt typischerweise einem Muster: Zunächst werden Quotendaten von einem oder mehreren Buchmachern abgerufen. Dann analysiert der Bot die Daten anhand seiner Strategie, etwa indem er die Quoten mit einem statistischen Modell vergleicht und Value Bets identifiziert. Wenn eine Wette die definierten Kriterien erfüllt, platziert der Bot die Wette automatisch über die Schnittstelle. Anschliessend wird das Ergebnis dokumentiert und das Bankroll-Management aktualisiert. Der gesamte Zyklus kann je nach Konfiguration alle paar Sekunden oder in definierten Intervallen durchlaufen werden.

Die Datenanalyse im Bot kann unterschiedlich komplex ausfallen. Einfache Bots vergleichen lediglich die aktuellen Quoten mit definierten Schwellenwerten. Fortgeschrittene Systeme nutzen statistische Modelle, die auf historischen Daten trainiert wurden, um die tatsächliche Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses zu berechnen und mit der vom Buchmacher implizierten Wahrscheinlichkeit zu vergleichen. Die anspruchsvollsten Bots setzen Machine-Learning-Algorithmen ein, die Muster in grossen Datensätzen erkennen und ihre Vorhersagemodelle kontinuierlich an neue Daten anpassen.

Bei Krypto-Buchmachern hat die Automatisierung einen strukturellen Vorteil gegenüber dem traditionellen Markt. Die Blockchain-basierte Zahlungsinfrastruktur ermöglicht automatisierte Ein- und Auszahlungen ohne manuelle Freigabe. Ein Bot kann nicht nur Wetten platzieren, sondern auch Gewinne automatisch auszahlen und zwischen verschiedenen Plattformen transferieren. Das eröffnet Strategien wie automatisierte Arbitrage, bei der der Bot Quotenunterschiede zwischen Anbietern in Echtzeit ausnutzt.

API-Zugang und technische Voraussetzungen

Der API-Zugang ist der technische Schlüssel zur Automatisierung. Eine API (Application Programming Interface) ist eine Schnittstelle, die es externen Programmen erlaubt, mit der Plattform des Buchmachers zu kommunizieren: Quoten abfragen, Wetten platzieren, Kontostände prüfen und Auszahlungen auslösen.

Im Krypto-Wettmarkt bieten nicht alle Anbieter offizielle APIs an. Stake bietet API-Tokens an, arbeitet aber mit einer geschlossenen API, deren Funktionsumfang eingeschränkt ist und die nicht umfassend öffentlich dokumentiert ist. Cloudbet bietet ebenfalls eine öffentliche API mit umfangreicher Dokumentation. BC.Game hat eine API im Beta-Stadium, die grundlegende Funktionen abdeckt. Playzilla und Vave bieten derzeit keine öffentlichen APIs an.

Wer keine offizielle API zur Verfügung hat, kann auf Web-Scraping zurückgreifen, also das automatisierte Auslesen der Webseite. Das ist technisch möglich, aber problematischer. Scraping-Bots können von Anti-Bot-Massnahmen des Anbieters erkannt und blockiert werden, und die AGB der meisten Buchmacher verbieten diese Praxis ausdrücklich. Ein Verstoss kann zur Kontosperrung führen.

Die technischen Voraussetzungen für den Betrieb eines Wett-Bots sind überschaubar. Benötigt werden grundlegende Programmierkenntnisse in einer Sprache wie Python oder JavaScript, ein Server oder Cloud-Rechner für den Dauerbetrieb und ein API-Zugang beim gewählten Buchmacher. Python ist die populärste Sprache für Wett-Bots, da sie umfangreiche Bibliotheken für Datenanalyse, Web-Requests und Automatisierung bietet. Für Einsteiger existieren Open-Source-Frameworks, die den Einstieg erleichtern und die grundlegende Bot-Struktur bereitstellen.

Für Nutzer ohne Programmierkenntnisse gibt es eine wachsende Zahl von No-Code-Plattformen, die Wett-Automatisierung über grafische Oberflächen ermöglichen. Diese Tools bieten Drag-and-Drop-Interfaces, mit denen Strategien visuell definiert und aktiviert werden können. Der Funktionsumfang ist im Vergleich zu selbst programmierten Bots eingeschränkt, reicht aber für grundlegende Strategien wie Value-Betting-Alerts und automatisiertes Bankroll-Management aus. Die monatlichen Kosten für solche Plattformen liegen typischerweise zwischen 30 und 100 Euro, abhängig vom Funktionsumfang.

Vorteile automatisierter Bitcoin-Wetten

Die Vorteile der Automatisierung lassen sich in vier Kernbereiche unterteilen, die jeweils einen spezifischen Aspekt des Wettens verbessern.

Der offensichtlichste Vorteil ist die Geschwindigkeit. Ein Bot reagiert auf Quotenänderungen in Millisekunden, während ein menschlicher Wetter Sekunden bis Minuten braucht, um eine Gelegenheit zu erkennen, zu bewerten und eine Wette zu platzieren. Bei Live-Wetten, wo sich Quoten im Sekundentakt ändern, kann dieser Geschwindigkeitsvorteil den Unterschied zwischen einer profitablen und einer verpassten Wette ausmachen. Im Krypto-Wettmarkt, wo Transaktionen ebenfalls schneller ablaufen als im Fiat-Bereich, verstärkt sich dieser Effekt.

Der zweite Vorteil ist die Emotionslosigkeit. Menschliche Wetter neigen dazu, nach Verlusten höhere Einsätze zu platzieren, nach Gewinnen übermütig zu werden und Lieblingsteams mit Sympathie statt mit Daten zu bewerten. Ein Bot kennt keine Emotionen. Er folgt seinen Regeln unabhängig davon, ob die letzten zehn Wetten gewonnen oder verloren wurden. Diese Konsistenz ist langfristig einer der grössten Vorteile gegenüber manuellem Wetten.

Drittens ermöglicht Automatisierung ein Backtesting, also die Überprüfung einer Strategie anhand historischer Daten. Bevor ein Bot mit echtem Geld wettet, kann seine Strategie an vergangenen Quoten und Ergebnissen getestet werden. Das ist kein Garant für zukünftige Gewinne, gibt aber eine fundierte Einschätzung, ob die Strategie grundsätzlich tragfähig ist. Ohne Automatisierung wäre ein systematisches Backtesting über tausende von Wetten praktisch unmöglich.

Viertens arbeitet ein Bot rund um die Uhr. Sportmärkte schlafen nicht, und wertvolle Quotenänderungen können nachts um drei oder am frühen Morgen auftreten, wenn die asiatischen Märkte öffnen. Ein menschlicher Wetter kann nicht 24 Stunden am Tag die Märkte beobachten. Ein Bot kann das, und bei Krypto-Buchmachern, die keine geografischen Beschränkungen kennen, erstreckt sich der potenzielle Wettmarkt über alle Zeitzonen. Ein konkretes Beispiel: Die Quoten für ein australisches Rugby-League-Spiel, das in der europäischen Nacht stattfindet, können sich in den Stunden vor dem Anpfiff signifikant bewegen. Ein Bot erkennt diese Bewegung und reagiert, während der Wetter schläft.

Risiken und Grenzen

Die Vorteile der Automatisierung sind real, aber sie kommen nicht ohne Gegengewicht. Wer die Risiken ignoriert, kann mit einem Wett-Bot schneller Geld verlieren als mit manuellem Wetten.

Das grösste technische Risiko sind Programmierfehler. Ein Bug im Bot-Code kann dazu führen, dass falsche Einsätze platziert werden, die Bankroll auf eine einzige Wette gesetzt wird oder der Bot in eine Endlosschleife gerät, die das Konto leert. Im Gegensatz zu einem menschlichen Wetter, der einen offensichtlichen Fehler sofort bemerkt, führt ein Bot seinen fehlerhaften Code konsequent aus, ohne innezuhalten. Die Implementierung von Sicherheitsmechanismen wie Einsatzlimits, täglichen Verlustgrenzen und automatischen Abschaltungen ist daher nicht optional, sondern überlebenswichtig.

Das zweite Risiko betrifft Anbieter-Sperren. Viele Buchmacher, auch im Krypto-Bereich, tolerieren automatisiertes Wetten nicht. Konten, die Bot-ähnliches Verhalten zeigen, etwa durch unnatürlich schnelle Wettplatzierung oder systematisches Wetten auf Arbitrage-Gelegenheiten, können limitiert oder gesperrt werden. Die Erkennung funktioniert über verschiedene Signale: Die Geschwindigkeit der Wettplatzierung nach einer Quotenänderung, das Muster der Einsatzhöhen, die Auswahl der Wettmärkte und die Regelmässigkeit der Aktivitäten. Einige Anbieter wie Cloudbet sind gegenüber API-basierten Wetten offener eingestellt, während andere aggressiv gegen Bots vorgehen. Das Risiko einer Kontosperrung ist real und kann den Verlust des Kontoguthabens bedeuten, wenn der Anbieter die Auszahlung bei einem Regelverstoss verweigert.

Das dritte Risiko ist die Überoptimierung, auch bekannt als Overfitting. Beim Backtesting ist es möglich, eine Strategie so lange an historischen Daten anzupassen, bis sie perfekte Ergebnisse zeigt, die in der Praxis aber nicht reproduzierbar sind. Eine Strategie, die auf vergangene Daten überoptimiert wurde, versagt häufig bei neuen Daten, weil sie Muster erkannt hat, die zufällig waren und keine echte Vorhersagekraft besitzen. Die Faustregel lautet: Je komplexer das Modell und je mehr Parameter es verwendet, desto grösser ist das Overfitting-Risiko. Eine einfache Strategie mit wenigen, robusten Regeln schlägt langfristig häufig ein überparametrisiertes Modell, das im Backtest glänzt, aber in der Realität versagt.

Ein weiteres Risiko ist die Marktanpassung. Wenn ein Bot-Typ weit verbreitet ist und viele Nutzer dieselbe Strategie verfolgen, reagiert der Markt. Buchmacher passen ihre Quoten an, und die Margen für automatisierte Wetter schrumpfen. Was vor einem Jahr profitabel war, kann heute durch veränderte Quotenmodelle unrentabel geworden sein. Automatisierte Strategien erfordern daher kontinuierliche Überwachung und regelmässige Anpassung. Ein Bot, der einmal eingerichtet und dann vergessen wird, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit über die Zeit an Profitabilität verlieren, weil sich die Marktbedingungen unter ihm verändern.

Rechtliche Einordnung: Ist automatisiertes Wetten erlaubt?

Die rechtliche Situation beim automatisierten Wetten ist vielschichtig und hängt von mehreren Faktoren ab: dem Standort des Spielers, den AGB des Buchmachers und der Art der Automatisierung.

Aus deutscher Sicht gibt es kein spezifisches Gesetz, das automatisiertes Sportwetten verbietet oder erlaubt. Der Glücksspielstaatsvertrag reguliert das Angebot von Glücksspielen, nicht die Art und Weise, wie ein Spieler seine Wetten platziert. Ob ein Mensch den Wettschein ausfüllt oder ein Bot den API-Befehl sendet, ist aus regulatorischer Perspektive des GlüStV nicht differenziert. Da deutsche Spieler bei Krypto-Buchmachern ohnehin ausserhalb des GlüStV-Rahmens operieren, ist die deutsche Gesetzgebung in diesem Kontext weitgehend irrelevant.

Die entscheidende Rechtsgrundlage sind die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des jeweiligen Buchmachers. Viele Anbieter verbieten in ihren AGB ausdrücklich den Einsatz von Bots, automatisierten Systemen oder Scraping-Tools. Ein Verstoss kann zur Kontosperrung und zum Verlust des Guthabens führen. Das ist keine theoretische Drohung: Es gibt dokumentierte Fälle, in denen Anbieter Konten gesperrt und Auszahlungen verweigert haben, nachdem Bot-Aktivitäten erkannt wurden.

Allerdings ist die Praxis differenzierter als die AGB vermuten lassen. Anbieter, die offizielle APIs bereitstellen, tun dies explizit, um programmatischen Zugang zu ermöglichen. Cloudbet, das eine vollständig öffentliche API anbietet, toleriert die API-basierte Wettplatzierung, solange sie im Rahmen der Nutzungsbedingungen stattfindet. Stake stellt API-Tokens bereit, deren Nutzung jedoch eingeschränkt ist. Die Grenze verläuft typischerweise dort, wo die Automatisierung den Anbieter benachteiligt, etwa bei systematischer Arbitrage-Ausnutzung oder bei der Manipulation von Wettmärkten.

Für Spieler ergibt sich eine klare Handlungsempfehlung: Die AGB des Anbieters lesen, die API-Nutzungsbedingungen verstehen und im Zweifel den Kundenservice fragen, bevor ein Bot in Betrieb genommen wird. Transparenz ist in diesem Bereich der beste Schutz vor unangenehmen Überraschungen.

Es lohnt sich auch, das eigene Bot-Verhalten so zu gestalten, dass es nicht unnötig Aufmerksamkeit erregt. Ein Bot, der im Millisekundentakt Quoten abruft und mit übermenschlicher Geschwindigkeit Wetten platziert, wird schneller erkannt als einer, der in natürlichen Intervallen agiert und eine gewisse Varianz in der Reaktionszeit einbaut. Das ist kein Aufruf zur Verschleierung, sondern ein pragmatischer Hinweis: Ein Bot, der sich wie ein schneller, aber menschlicher Wetter verhält, hat bessere Chancen auf eine langfristige, störungsfreie Nutzung.

Empfehlenswerte Tools und Plattformen

Der Markt für Wett-Automatisierungstools hat sich in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt. Die Bandbreite reicht von einfachen Open-Source-Skripten bis hin zu professionellen SaaS-Plattformen mit grafischer Oberfläche.

Für Einsteiger bieten sich Plattformen an, die keinen oder nur minimalen Programmierbedarf erfordern. Solche Tools stellen vorgefertigte Strategien bereit, die der Nutzer konfigurieren und aktivieren kann. Die Konfiguration umfasst typischerweise die Auswahl der Sportarten und Ligen, die Definition von Quoten-Schwellwerten, die Einsatzhöhe und das Bankroll-Management. Der Vorteil: Ein schneller Einstieg ohne Programmierkenntnisse. Der Nachteil: Begrenzte Flexibilität und die Abhängigkeit von den vorgegebenen Strategien.

Für technisch versierte Nutzer sind Python-basierte Frameworks die flexibelste Option. Bibliotheken wie Betfair API-NG für traditionelle Wettbörsen und Custom-Integrationen für Krypto-APIs ermöglichen die Entwicklung massgeschneiderter Bots. Das Ökosystem um Python ist besonders stark: Pandas für Datenanalyse, Scikit-learn für maschinelles Lernen und Request-Bibliotheken für API-Kommunikation bilden ein leistungsfähiges Toolkit.

Speziell für den Krypto-Wettmarkt existieren Community-Projekte, die Open-Source-Bots bereitstellen, die an die APIs von Stake und Cloudbet angepasst sind. Diese Projekte sind auf Plattformen wie GitHub verfügbar und können als Ausgangspunkt für eigene Entwicklungen dienen. Die Qualität und Aktualität variiert allerdings, und eine gründliche Prüfung des Codes vor dem Einsatz ist unerlässlich. Wer fremden Code ohne Verständnis ausführt, riskiert nicht nur finanzielle Verluste durch fehlerhafte Logik, sondern potenziell auch die Sicherheit seiner Zugangsdaten, wenn der Code schadhaft ist. Open-Source bedeutet nicht automatisch vertrauenswürdig. Jeder Bot, der API-Schlüssel oder Zugangsdaten verarbeitet, sollte vor dem Einsatz von jemandem mit Programmiererfahrung überprüft werden.

Praxis-Beispiel: Einen einfachen Wett-Bot einrichten

Der Einstieg in die Wett-Automatisierung muss nicht mit einem komplexen System beginnen. Ein einfacher Alert-Bot, der Quotenänderungen überwacht und bei bestimmten Bedingungen benachrichtigt, ist in wenigen Stunden eingerichtet und bietet einen risikofreien Einstieg.

Der grundlegende Aufbau eines solchen Bots umfasst drei Komponenten: eine Datenquelle, also die API des Buchmachers oder eine Quotenvergleichs-API; eine Analysefunktion, die die abgerufenen Quoten mit den definierten Kriterien abgleicht; und eine Ausgabe, die bei Erfüllung der Kriterien eine Benachrichtigung sendet, etwa per E-Mail, Telegram oder als Push-Notification.

In der Praxis könnte ein solcher Bot etwa die Quoten für Fussball-Hauptmärkte bei Cloudbet und Stake parallel abrufen und den Nutzer benachrichtigen, wenn die Quotendifferenz zwischen beiden Anbietern einen definierten Schwellenwert überschreitet. Das ist der erste Schritt Richtung Arbitrage-Erkennung, ohne dass der Bot selbst Wetten platziert. Der Mensch behält die Kontrolle über die Wettentscheidung und die Ausführung.

Der technische Ablauf wäre folgendermassen: Das Python-Skript ruft im Minutentakt die Quoten beider Anbieter über deren APIs ab. Es vergleicht die Quoten für identische Wettmärkte und berechnet die Quotendifferenz. Wenn die Differenz den definierten Schwellenwert überschreitet, sendet das Skript eine Benachrichtigung über einen Telegram-Bot oder per E-Mail. Die Benachrichtigung enthält das Event, die Quoten bei beiden Anbietern und die berechnete Differenz. Das gesamte Skript umfasst weniger als 100 Zeilen Code und läuft auf einem günstigen Cloud-Server mit Kosten von weniger als 5 Euro pro Monat.

Wer den nächsten Schritt gehen möchte, kann den Bot um eine automatische Wettplatzierung erweitern. Dabei ist es essenziell, Sicherheitsmechanismen einzubauen: ein maximales Einsatzlimit pro Wette, ein tägliches Verlustlimit und eine automatische Abschaltung, wenn unerwartete Fehler auftreten. Ohne diese Schutzmassnahmen kann ein einfacher API-Fehler oder eine fehlerhafte Quotenberechnung zu erheblichen finanziellen Schäden führen.

Der wichtigste Ratschlag für Einsteiger: Klein anfangen. Einen Bot zunächst im Papier-Modus laufen lassen, also ohne echtes Geld, und die Ergebnisse über mehrere Wochen dokumentieren. Erst wenn die Performance im Papier-Modus überzeugend ist und der Bot stabil läuft, sollte echtes Kapital eingesetzt werden, und auch dann mit minimalen Beträgen, die schrittweise erhöht werden können.

Fazit und Empfehlung

Automatisiertes Wetten ist kein Wundermittel und kein garantierter Weg zum Profit. Es ist ein Werkzeug, das die Stärken eines disziplinierten Wettansatzes verstärkt und die typischen menschlichen Schwächen eliminiert. Wer keine profitable Strategie hat, wird auch mit einem Bot kein Geld verdienen. Der Bot macht die Strategie nicht besser, er führt sie nur konsequenter aus.

Für den Krypto-Wettmarkt bietet die Automatisierung spezifische Vorteile, die im Fiat-Bereich so nicht existieren. Die Kombination aus API-Zugang, schnellen Blockchain-Transaktionen und dem Wegfall regulatorischer Beschränkungen schafft ein Umfeld, in dem automatisierte Systeme besonders effektiv arbeiten können. Gleichzeitig sind die Risiken real: Programmierfehler, Kontosperren und Überoptimierung können schnell zu Verlusten führen, die die Gewinne übersteigen.

Die Empfehlung für Einsteiger ist ein schrittweiser Ansatz. Zunächst mit einem Alert-Bot beginnen, der Quotenveränderungen überwacht und benachrichtigt, ohne selbst Wetten zu platzieren. Dann, nach ausreichender Erfahrung, einen semi-automatischen Bot entwickeln, der Wettvorschläge macht, die manuell bestätigt werden. Erst wenn das System stabil läuft und die Strategie im Papier-Modus überzeugt, sollte der Schritt zur vollständigen Automatisierung erwogen werden.

Für den Betrieb empfiehlt sich insbesondere Cloudbet mit seiner vollständig dokumentierten öffentlichen API. Stake bietet zwar API-Tokens an, deren Funktionsumfang ist jedoch eingeschränkt. Cloudbets dokumentierte Schnittstelle ermöglicht einen stabilen und regelkonformen Zugang, der das Risiko einer Kontosperrung minimiert.

Automatisiertes Wetten ist kein passives Einkommen. Es erfordert technisches Wissen, kontinuierliche Überwachung, regelmässige Strategieanpassung und ein solides Verständnis sowohl des Wettmarktes als auch der eingesetzten Technologie. Die Lernkurve ist steil, und die ersten Wochen werden eher der Fehlersuche und dem Debugging gewidmet sein als dem Geldverdienen. Wer diese Investition bereit ist zu leisten, findet in der Automatisierung ein mächtiges Werkzeug, das den eigenen Wettansatz auf ein neues Level heben kann. Wer eine Gelddruckmaschine erwartet, wird enttäuscht werden.